Das Tier - unser Freund?Fragen zur Rückbesinnung
Mit welchem Recht züchten wir Tiere, halten sie in Abhängigkeit von uns und dressieren sie zu unserer Unterhaltung? Ist es nicht in höchstem Maße egoistisch und ungerecht, wenn wir beispielsweise Vögel, die von Natur aus hunderte von Metern oder gar Kilometern fliegen, in einen Käfig sperren, und unterliegen wir nicht einer mitgefühlslosen Selbsttäuschung, wenn wir das Zwitschern der ihrer Freiheit Beraubten als Zeichen ihres Wohlbefindens interpretieren? Begeben wir uns nicht auf das Niveau eines Steinzeitmenschen, wenn wir beispielsweise das Argument gebrauchen, daß der Hund schon immer ein Begleiter des Menschen war? Ist artgerechte Tierhaltung nicht ein Widerspruch in sich, bedeutet Tier-Haltung nicht immer Gefangenschaft? Können wir heute noch guten Gewissens bereits Kinder daran gewöhnen, Tiere als Spielzeug zu benutzen? Beginnt die Entwürdigung der Tiere nicht bereits mit der Beobachtung zur Unterhaltung, der Mißbrauch nicht mit der Tierhaltung als Ersatz für menschliche Nähe, die Tierquälerei nicht überhaupt mit der Tier-Haltung, und der Sadismus nicht mit dem lustvollen Jagen? Warum können wir uns nicht mit der Beobachtung und dem Schutz frei in der Natur lebender Tiere begnügen? Wäre es nicht an der Zeit, sich gegen die Aufzucht von Tieren zu wenden, die nur in der Abhängigkeit von Menschen leben können, und statt dessen die Tiere in der Natur zu schützen? Wäre das nicht besser für unsere Freunde und auch für uns selbst? Nutzen wir unseren Verstand ausreichend, um unsere Freundschaft mit den Tieren glaubwürdig und überzeugend zu bekunden? Diese kritischen Gedanken über unser Verhältnis zum Tier müssen wir als verantwortungsbewußte Menschen und Tierfreunde uns hin und wieder machen, auch und gerade wenn wir selber nicht immer strikte Vegetarier sind und vielleicht auch noch Tiere halten.
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Aktualisiert am 14.02.09