Beispiel
Humanistischer Infodienst April 2006
(an 1036 Empfänger)

Christlich-separatistisch oder humanistisch-verbindend?

Wäre die Aktion "Bündnis für Erziehung" (initiiert von der Bundessozialministerin Ursula von der Leyen) von den Kirchen veranstaltet worden, könnte man die anfängliche Beschränkung auf ihre zwei Konfessionen - vielleicht - noch verstehen. Eine staatliche Initiative aber muss ganzheitlich vorgehen, und zwar nicht nur in der Auswahl der Teilnehmer, sondern vor allem auch in der inhaltlichen Zielvorgabe. Diese sollte so formuliert sein, dass sie das Wesentliche enthält und universal benennt, um gerade diejenigen mit anzusprechen, die integriert werden sollen.
   Das Wesentliche an christlichen und anderen religiösen Werten und Normen sind grundlegende menschliche Ideale und Maßstäbe, die sich logisch aus Erkenntnis, Erfahrung und Notwendigkeit herleiten, einsehen und anwenden lassen. Es waren stets humanistische Gedanken, welche zur Aufklärung und Überwindung religiöser Wahnvorstellungen und Unmenschlichkeiten geführt haben.
   Religion bedeutet Rückbindung. Kinder und Eltern in einer Zeit der Globalisierung und vermehrten Annäherung unterschiedlicher Kulturen brauchen universale menschliche Werte und Normen, die sie nicht voneinander trennen, sondern innerlich verbinden, ohne die äußerlichen Unterschiede aufzuheben. Verantwortliche Menschlichkeit könnte die gemeinsame Rückbindung heißen - Humanismus als nachhaltige ethische Orientierung.

Rudolf Kuhr

http://www.humanistische-aktion.de  


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www.wachstum-an-menschlichkeit.de/

Aktualisiert am 14.05.12