Ein Entwurf

Bürger-Initiative Medien (BIM)

- gemeinnützig - überparteilich - bundesweit -

Mündige Menschen mögen mitgestalten!  

Das Fernsehen hat einen großen Einfluß auf unsere Gesellschaft und übertrifft die Wirkung von Presse und Hörfunk bei weitem. Es ist heute gewissermaßen die "Schule der Nation". Hierin liegen Chancen und Gefahren für die kulturelle Entwicklung und für die Demokratie. Fernsehen kann sowohl die Mündigkeit der Bürger fördern, als auch zu deren Entmündigung beitragen. Dies hängt fast ausschließlich ab von der ethischen Orientierung und der charakterlichen Verfassung der in den Anstalten Verantwortlichen.

Gegenwärtig sieht es nicht selten so aus, als würde das Fernsehen eher zur Entmündigung der Gesellschaft beitragen. Die zunehmende geistige Orientierungslosigkeit und Kommerzialisierung der Gesellschaft spiegelt sich auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wider. Eine Anpassung an die private Konkurrenz ist nicht zu übersehen. Einige Produzenten sehen bereits in ihren Sendungen lediglich noch ein zu vermarktendes Produkt. Reißerische Aufmachung, anspruchslose Unterhaltung mit Schleichwerbung durchzogen und mit Gewinnspielen verbunden nehmen ständig zu. Die Einschaltquote - inzwischen mitunter schon sarkastisch als Einfaltquote bezeichnet - wird immer mehr zum Maßstab für die Produktionen. Die Verantwortlichen in den Anstalten scheinen sich ihrer Mitverantwortung gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung nicht genügend bewußt zu sein.

Auch die Kontrollinstanzen in Form der Rundfunkräte scheinen bezüglich inhaltlicher Qualität so gut wie wirkungslos zu sein. Es ist naheliegend, daß sie eher die Interessen ihrer eigenen Institutionen als die der Zuschauer und der Gesamtgesellschaft vertreten. Deshalb wäre es an der Zeit, daß sich verantwortungsbewußte Zuschauer verstärkt einmischen, um hier eine Trendwende zugunsten einer gesellschaftlichen Stabilisierung und geistigen Erneuerung herbeizuführen. Das Fernsehen darf nicht zum Bremsklotz für eine kulturelle und menschliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft werden.

Wir müssen unseren Teil der Verantwortung für das, was geschieht, und für das, was
unterbleibt, aus der öffentlichen Hand in die eigenen Hände zurücknehmen.
(Erich Kästner)

Was können die Zuschauer, außer Gebühren zu zahlen oder dies notfalls zu verweigern, noch tun? Sehr viel, sie können direkte Verbindung zu den Medien aufnehmen, z.B.

  • die Verantwortlichen des Fernsehens anrufen, besser noch anschreiben,
    um ihre Kritik und Wünsche mitzuteilen;

  • sie können sich an die Presse und an Politiker wenden;

  • sie können sich zu Initiativen zusammenschließen, um ihren Einfluß noch zu verstärken.

Was wäre derzeit wichtig zu kritisieren, zu fordern und auch zu unterstützen?

Ein vordringlicher Punkt ist wohl ein schrittweiser Abbau der Werbung in den öffentlich-rechtlichen, gebührenfinanzierten Medien. Im Interesse der Demokratie und der Kultur muß die Unabhängigkeit freier Medien nicht nur von der Politik, sondern auch von der Wirtschaft gewährleistet sein. Der Anteil der Einkünfte aus Werbung beträgt zwar bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten nur wenige Prozent, der Einfluß der Verflechtung mit der Wirtschaft ist jedoch qualitativ immer negativ und schon jetzt nicht mehr zu übersehen.

Werbesendungen, Sponsoring, Produkt-Placement wirken sowohl direkt als auch - und vor allem - indirekt qualitätsmindernd auf das Programm und können im Rahmen einer kulturellen Veranstaltung von mündigen Bürgern nur als Verstoß gegen die Menschenwürde empfunden werden. Der Qualitätsverlust ist in seiner Wirkung etwa mit dem Grad der Verunreinigung des Wassers durch Öl zu vergleichen und als Innenwelt-Verschmutzung zu bezeichnen.

Da die Werbeeinnahmen im Verhältnis zu den Einnahmen aus Gebühren einen so geringen Teil ausmachen, könnte sehr gut auch ganz darauf verzichtet werden. Bei dem Ausmaß des Wachstums der Fernseh-Anstalten in den letzten Jahrzehnten ist es durchaus sinnvoll, auch einmal an Rückbau zu denken. "Die ARD braucht für 7 Minuten Unterhaltung 700 Angestellte, wir nur 7 Leute für 700 Minuten Unterhaltung." So - übertreibend aber nicht ganz falsch - der ehemalige RTL-Chef Dr.Helmut Thoma.

Es muß beispielsweise nicht unbedingt jeder große Sender nach dem - nun auch noch verbreiteten - Motto "mehr hören, mehr sehen" fünf Rundfunkprogramme betreiben. Weniger wäre da vielleicht sogar mehr. Auch wäre zu überlegen, ob Sinfonie-Orchester, Rundfunk-Orchester, Chöre, Opern-Produktionen und Ballett-Ensembles von Sendeanstalten unterhalten und von Gebühren finanziert werden müssen.

Gebührenerhöhungen sollten der Teuerungsrate entsprechend erfolgen.

Weitere Punkte der Kritik sind: Es gibt zuviel anspruchslose Unterhaltung, die einer geistigen Droge gleichkommt; zu viel Gewinnspiele mit teilweise überdimensionalen Gewinnen, die das allgemeine Gewinnstreben und die psychische Abhängigkeit verstärken; mangelnde Koordination zwischen ARD und ZDF, hier laufen zu gleicher Zeit gleichartige Sendungen; keine festen Termine für die Wiederholung wichtiger Beiträge, zu viele kurzfristige Programmänderungen, unzureichende Information darüber, (es gibt z.B. bei der ARD nicht einmal einen Anrufbeantworter (Kosten ca. 40,- Euro), über den man rund um die Uhr über kurzfristige Änderungen informiert werden könnte); zunehmende Reizüberflutung durch unnötigen Sprachmüll, optischen, musikalischen und technischen Schnickschnack; keine Angebote an die Zuschauer zur kritischen Zusammenarbeit und kreativen Mitgestaltung, mangelnder bzw. unfreundlicher Service bei Zuschauer-Anfragen; zu wenig Selbstkontrolle und -kritik.

Fühlen Sie sich als freier und mündiger Bürger mitverantwortlich für die öffentlich-rechtlichen Medien, und damit für die Festigung der Demokratie und für die menschliche Weiterentwicklung der Gesellschaft, nehmen Sie Einfluß, gestalten Sie mit, schreiben Sie oder rufen Sie an:

ARD Postfach 200665, 8006 München, Telefon 089 5900 - 3344, Fax 089 5900 - 4070, eMail: zured (at) das-erste.de
Hier können Sie auch eine Liste aller ARD-Anstalten erhalten.

ZDF/3SAT Postfach 4040, 55100 Mainz, Telefon (06131) 702161, Fax (06131) 702170, eMail: zuschauerservice (at) zdf.de

Ermutigen Sie auch fortschrittliche Journalisten, die es meist schon in ihren eigenen Anstalten nicht leicht haben. Fordern Sie Manuskripte und Ton- bzw. Video-Kassetten von interessanten Sendungen an und erhöhen Sie dadurch die Bedeutung wichtiger Sendungen. Geben Sie Anregungen, machen Sie Themen-Vorschläge, schicken Sie Informations-Material an entsprechende Redaktionen.

Wenn Sie diese Aktion der Bürger-Initiative Medien unterstützen wollen, dann teilen Sie uns bitte mit: - Was fehlt Ihnen in diesem Text? - Was würden Sie ändern, vorschlagen? - In welcher Weise würden Sie mitarbeiten wollen?

 


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Aktualisiert am 14.02.09